3. Reich
Marine Fotoalbum mit ca 165 Fotos
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2 Mützenbänder
Linienschiff Schlesien
Die Schlesien war ein Linienschiff der Deutschland-Klasse. Sie wurde 1908 für die Kaiserliche Marine in Dienst gestellt und im Ersten Weltkrieg eingesetzt. Nach dem Krieg war das Schiff Teil der Reichsmarine und ab 1935 der Kriegsmarine, in dieser Zeit war sie vom 1. März 1927 bis zum 4. Mai 1945 im Dienst.
Kaiserliche Marine
Die Inbaugabe der Schlesien erfolgte als „Linienschiff R“, wobei ihre Schwesterschiffe die Baubezeichnungen „N“ (Deutschland), „P“ (Hannover), „O“ (Pommern) und „Q“ (Schleswig-Holstein) erhielten.
Der Bauauftrag für die Schlesien erfolgte am 11. Juni 1904 an die Werft F. Schichau in Danzig. Die Kiellegung fand am 19. November 1904 statt. Der Stapellauf am 28. Mai 1906 erfolgte in Anwesenheit des Kaisers. Im März des Jahres 1908 erfolgte die Endausrüstung in Kiel. Am 5. Mai 1908 wurde die Schlesien in Dienst gestellt. Inzwischen hatte die Royal Navy mit der Dreadnought das erste Schlachtschiff mit einheitlichem Kaliber der Hauptartillerie in den Dienst übernommen. Schiffe wie die Schlesien waren damit bereits bei ihrer Indienststellung veraltet.
Mit Kriegsausbruch 1914 war die Schlesien im Sicherungsdienst in der Deutschen Bucht eingesetzt, später als Zielschiff für Unterseeboote. 1916 nahm sie an der Skagerrakschlacht teil. Anschließend wurde sie mit verringerter artilleristischer Ausstattung als Schulschiff verwendet. Bei Ausbruch der Novemberrevolution 1918 verließ die Schlesien am 5. November Kiel, ehe sich der Kieler Matrosenaufstand an Bord ausbreiten konnte, in Richtung Stützpunkt Flensburg-Mürwik. Als das Schiff vor Flensburg-Mürwik ankerte, erlaubte der Kommandant, Fregattenkapitän Hugo von Waldeyer-Hartz, den Besatzungsangehörigen, die sich zur Revolution bekannten, das Schiff zu verlassen. Es blieb weniger als die Hälfte der Besatzung und nur wenig Maschinenpersonal. Vom 6. bis zum 9. November legte die Schlesien eine Irrfahrt durch die Ostsee zurück, um den revolutionären Kräften zu entgehen. Die an Bord befindlichen Seekadetten der Offiziercrew VII/18 ersetzten das Maschinenpersonal und bezeichneten ihre Crew fortan als „Schlesien-Crew“.
Am 10. November 1918 bzw. am 1. Dezember 1918 wurde die Schlesien außer Dienst gestellt.
Reichs- und Kriegsmarine
Die Schlesien wurde am 1. März 1927 als Ersatz für die Hannover in die Reichsmarine übernommen und wieder in Dienst gestellt und war folgend im Flottendienst aktiv. In den Jahren 1938/1939 wurde die Antriebsanlage vollständig auf Ölfeuerung umgestellt.
Die Schlesien nahm insgesamt nur begrenzt an Hilfseinsätzen für die Marine im Zweiten Weltkrieg teil, da das Schiff zu diesem Zeitpunkt bereits völlig veraltet war. Beim Überfall auf Polen im September 1939 beschoss sie zusammen mit ihrem Schwesterschiff Schleswig-Holstein polnische Stellungen und Küstenbatterien des Befestigten Gebietes Hela und bei Jastarnia. Am 27. September 1939 lieferte sie sich ein Duell mit der Küstenbatterie Nr. 32, deren Granaten zwar in der Nähe explodierten, aber keinen größeren Schaden anrichteten.
Die Mittelartillerie, die in der Reichsmarine anfangs aus 14 Stück 15-cm-Kanonen bestand und bis 1935 auf zehn Kanonen reduziert wurde, kam noch 1939 von Bord des Schiffs. Die Geschütze kamen später auf den Hilfskreuzern Pinguin, Atlantis und Thor zum Einsatz.
1940 nahm die Schlesien an der Besetzung Dänemarks während des Unternehmens Weserübung teil. Mit anderen Marineschiffen transportierte sie Soldaten zu den dänischen Hafenstädte Nyborg auf Fünen und Korsör auf Seeland, um dadurch die Verbindung zwischen den beiden dänischen Hauptinseln zu unterbrechen. Als die Schleswig-Holstein in der Nähe von Langeland auf Grund lief, übernahm die Schlesien einen Teil ihrer Vorräte, damit diese freikam. Im Jahr 1941, nach dem Angriff auf die UdSSR, wurde sie zum Schutz von Minenlegern zusammen mit der Schleswig-Holstein bei der Verlegung von Minenfeldern in der östlichen Ostsee eingesetzt.
Sie war dann im Krieg bis 1944 als Kadettenschulschiff, Wohnschiff und Eisbrecher im Einsatz. In den Jahren 1943 und 1944 absolvierte das Schiff aufgrund der in dieser Phase des Krieges immer knapper werdenden deutschen Ölvorräte nur begrenzte Übungseinsätze in der Ostsee.
Während dieser Zeit wurde die Bewaffnung des Schiffes mehrmals überarbeitet. Im Jahr 1943 wurde zwei 3,7-cm-Zwillingskanonen zur Flugabwehr installiert, eine auf jeder Seite der Schiffsbrücke. 1944 wurde die Flugabwehrbewaffnung des Schiffes durch zahlreiche 2-cm-, 4-cm-Geschütze und 10,5-cm-Fla-Geschütze erheblich verstärkt, während andere frühere Geschütze entfernt wurden. Die Flakbewaffnung wurde auf Einzel-, Doppel- und Vierfachlafetten installiert. Über die genaue Anzahl der Geschütze gibt es unterschiedliche Angaben. Die Schlesien war nun außerdem mit einem FuMO-25-Suchradar und einem FuMB-6-Radarortungsgerät ausgestattet, die beide auf dem Fockmast installiert waren. Ab September 1944 diente sie mit verstärkter Flugabwehrartillerie als Flugabwehrschiff.
Vom 15. bis 21. März 1945 wurde das Schiff von Danzig nach Gotenhafen und dann nach Sopot verlegt, um die deutschen Streitkräfte in diesem Gebiet im Kampf gegen Bodentruppen der Roten Armee mit Geschützen zu unterstützen. Anschließend wurde sie eingesetzt, um mehr als 1.000 verwundete Soldaten von Sopot nach Swinemünde zu transportieren, wo sie auch ihre Munition auffüllte. Anschließend blieb sie im Hafen, um die vorrückende sowjetische 2. Stoßarmee zu beschießen. Am 2. Mai erhielt sie den Befehl, die Peenebrücke Wolgast zu schützen, die Wolgast mit der Insel Usedom verband. Am 3. Mai 1945, 3:01 Uhr, lief sie südöstlich der Greifswalder Oie auf eine aus der Luft abgeworfene britische Grundmine. Der Minentreffer ereignete sich im Bereich des Vorschiffs und beschädigte das Schiff schwer. Zwei Seeleute wurden getötet. Die Schlesien wurde vom Zerstörer Z 39 auf die Reede von Swinemünde geschleppt, wo sie mit ihrer Flugabwehr die Evakuierung von Usedom sicherte. Die Besatzung versenkte das Schiff im flachen Wasser, um es vor Luftangriffen und dem Risiko des Kenterns zu bewahren. Am Abend des 4. Mai 1945, mit dem Abschluss der Räumung von Usedom durch die Kriegsmarine, wurde die Schlesien gesprengt und sank auf Grund. Weil aber Teile der Aufbauten aus dem Wasser ragten, legte man Feuer, um die Selbstzerstörung zu vollenden.
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